Archiv der Kategorie '2012'

Abschlussbericht 2012

Die Planungsgruppe des festival contre le racisme Göttingen mit den darin vertretenen breiten lokalen antirassistschen Gruppen blickt zurück auf überwiegend erfolgreiche zehn Veranstaltungen in zwölf Tagen vom 3.-15.Juni. Dargeboten wurde ein bunter Mix aus Konzerten (wie dem staatenverbindenden Musik-Projekt Strom&Wasser feat. The Refugees zum Auftakt und der Abschlussveranstaltung mit mehreren migrantischen Bands im Haus der Kulturen), Ausstellungen (Neofaschismus in Niedersachsen), Partys(wie der Soliparty im T-Keller am 9. Juni) und Aktionen als da wären Filmvorführungen und ein antirassistischer Stadtrundgang. Zu all diesen Veranstaltungen und zu deren tragenden Gruppen finden sich auf dieser Website noch weitere Bilder und Berichte.
Die weitestgehend harmonische Bündnisarbeit innerhalb der Planungsgruppe sollte auch hier noch einmal als Anlass zum Dank an alle teilnehmenden Gruppen gelten. Dank geht aber auch explizit an alle Gruppen, die durch kritische Beurteilung des Festivalprogramms maßgeblich zur langfristigen Verbesserung des (hoffentlich) auch in den kommen Jahren stattfindenden Festivals beigetragen haben. Last but not least ein Lob an alle Besucher_innen der diversen Veranstaltungen im Rahmen des fclr. Bis zum nächsten Jahr!
Unser Wunsch ist es, dass das festival contre le racisme seinen Platz in der Göttinger antirassistischen Szene finden und langfristig zur Sensibilisierung gegenüber Alltagsrassismus beitragen wird. Einige der Gruppen haben sich wieder zur Mitarbeit gemeldet, doch freuen wir uns sowohl über Anregungen und Wünsche, doch auch über Interessensbekundungen der Mitarbeit! Für Ende Oktober werden wir euch wieder zu einem ersten Vorbereitungstreffen mit Blick auf 2013 einladen.
Ansonsten könnt ihr auch gerne jetzt schon mit uns Kontakt aufnehmen:

Referat für politische Bildung
AStA Universität Göttingen
Rosa-Luxemburg-Haus
Gosslerstraße 16a
37073 Göttingen
Mail: politische-bildung@asta.uni-goettingen.de
Telefon: 0551-39 98 52

Mit antirassistischen Grüßen,
die teilnehmenden Gruppen des festival contre le racisme Göttingen
Die Kampagne alle bleiben!, der AK Asyl, die amnesty international-Hochschulgruppe Göttingen, das Antirassistisches Aktionsplenum, der AStA Uni Göttingen, der Bundesverband ausländischer Studierender (BAS), das Haus der Kulturen, der freie zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs), die Grüne Jugend Göttingen, die Grüne Hochschulgruppe Göttingen, die Juso-Hochschulgruppe Göttingen, die Jusos Göttingen, das KulturKollektiv, das Roma Center Göttingen, die Vereinigung für Verfolgte des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Kreisvereinigung Göttingen und die Zukunftswerkstatt Göttingen

Stellungnahme des antirassistischen aktionsplenums zur Podiumsdiskussion

Wir dokumentieren im folgenden eine Stellungnahme zur Podiumsdiskussion.

Stellungnahme des antirassistischen aktionsplenums göttingen (arap) zur Podiumsdiskussion im Rahmen des festival contre le racisme am Dienstag, dem 12.06.12

Wir, das antirassistische aktionsplenum, distanzieren uns von der Podiumsdiskussion, die am morgigen Dienstag, dem 12. Juni 2012, im Rahmen des festival contre le racisme stattfinden wird. Von unserer Kritik und Distanzierung ist nicht die Idee des Festivals selbst betroffen, da wir dieses, seit Jahren in verschiedenen Städten in der BRD stattfindende Festival, als Teil eines breiten Spektrums von Aktionen im Kampf gegen Rassismus und Faschismus sehen.

In einer Podiumsdiskussion, die den Schwerpunkt auf die „Rechte von Flüchtlingen / Menschen mit Migrationshintergrund sowie Abschiebungen“ richtet, ist es untragbar, dass nur e i n e migrantische Selbstorganisation eingeladen wurde. Das Kräfteverhältnis bzw. die Wertigkeit ist eindeutig zugunsten der Parteien verteilt. Es spiegelt den gesellschaftlichen und politischen Diskurs in der BRD wieder, in der zumeist weiße Deutsche über sogenannte „Ausländer“ reden. Selten bzw. zu wenig kommen Betreffende selbst zu Wort, können über ihre Situation und ihre Kämpfe für ein freies und selbstbestimmtes Leben berichten. Dies ist auch in der Einladung der Fall, so heißt es lediglich „Mit dabei sein wird außerdem ein Vertreter der Organisation alle bleiben!, um Ei(n)blicke in die Perspektive der unmittelbar Betroffenen zu gewähren.“ Ebenso in den Aufzählungen sind erst die Parteien und zum Schluss alle bleiben! erwähnt.

Anscheinend hatten es die Verfasser_innen dieser Einladung auch nicht für nötig gehalten, sich über alle bleiben! zu informieren. Bezeichnen sie diese doch als Bündnis, wobei sie sich selbst als Kampagne definiert, was auf ihrer Homepage nachzulesen ist „Die Kampagne „alle bleiben!“ unterstützt den Kampf aller Flüchtlinge für ihr Recht, selbst zu bestimmen, wo sie leben möchten.“ (alle-bleiben.info/info.htm)

Die Podiumsdiskussion bietet für die Parteien eine Plattform, auf der ihnen die Möglichkeit gegeben wird, sich zu profilieren. Ebenso wird ihnen der Raum zur Rechtfertigung ihrer Beteiligung am institutionellen Rassismus, als auch an der Gestaltung und Umsetzung von rassistischen Sondergesetzen gegeben. Die Parteien tragen maßgeblich zu dem rassistischen Normalzustand in der BRD bei.

In diversen Diskussion hat sich gezeigt, dass bei unbequemen Fragen bzw. Themen die Verantwortung bzw. Zuständigkeit von sich gewiesen und zwischen Politiker_innen von Parteien jeglicher couleur und Institutionen gegenseitig hin- und hergeschoben werden.

Bezeichnend ist, dass die Podiumsdiskussion maßgeblich von Jugendorganisationen von etablierten Parteien vorbereitet wird. Diese können sich nach Außen kritisch zu den rassistischen Praktiken ihrer Partei äußern, dennoch sind sie ein Teil von ihnen. Wenn sie für sich nicht einen Minimalkonsens mit deren Politik getroffen hätten, so könnten sie doch aus ihrer Partei austreten.

Göttingen, den 11. Juni 2012

Abschlusskonzert im Haus der Kulturen

Fünf verschiedene Bands werden am Donnerstag ab 16 Uhr live und OpenAir für die anwesenden Menschen im Haus der Kulturen spielen. Fünf Bands, das bedeutet auch fünf verschiedene Musikstile, fünf verschiedene Geschichten, die sich mit den Musiker_innen verbinden, fünf Arten Musik zu verstehen und zu leben. Die Musiker*innen stammen dabei aus weit mehr als fünf Ländern, sie verbinden lateinamerikanische zentralafrikanische und weitere Rhytmen zu einem unvergleichlichen musikalischem Gesamtbild.

Den Auftakt macht am Donnerstag die Gruppe BAAZAR. Mit der Idee wieder einmal Straßenmusik zu machen, starteten Nasser und Barbara – beides aktive Musiker – Anfang dieses Jahres das Musikprojekt. Begeistert wurde diese Erinnerung bei weiteren versierten Percussion Spielern geweckt. In kurzer Zeit entstand eine geballte Energie und erfolgreiche Auftritte kamen ins Rollen.
Weiter geht es dann mit der Solh-Band. Solh ist das persische Wort für Frieden. Musiker und Musikerinnen mit unterschiedlichem musikalischen Hintergrund haben sich bei Solh zusammen gefunden um „Ihre“ Idee von Weltmusik zu verwirklichen. Lyrische Texte in persischer Sprache treffen auf westliche Einflüsse, auf Reggae, Funk und Blues. So schaffen die Musiker und Musikerinnen eine atmosphärisch dichte und tanzbare Musik, in der sich der melodiöser Orient-Rock mit Elementen aus verschiedenen Stilrichtungen zu einer eigenen Mixtur verbindet. Kern der Band ist der Gitarrist und Sänger Nasser Kardgar, der seine zum größten Teil eigenen Texte und Melodien einbringt und mit den anderen Bandmitgliedern zu neuen Stücken arrangiert. Die Band besteht seid Anfang 2006. Solh tritt gerne auf Kulturveranstaltungen, Festivals, Partys, Kellern und Fabriketagen auf ! Zur Website der Band geht es hier.

Als weitere Gruppen treten Flying Roma, Son del Sur und ERGÜL auf. Die Bandmitglieder von Flying Roma sind im Roma Center Göttingen e. V. organisiert, sie präsentieren bei ihren Aufrtritten Rhythmen und Elemente traditioneller Roma-Musik. Son del Sur nennt sich eine vierköpfige Gruppe, die Musiker_innen aus Bolivien, Brasilien und Deutschland vereint. Mit der klassischen Rock-Combo aus Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang bieten sie ein umfangreiches Repertoire mexikanischer Musik. ERGÜL ist ein Saz-Spieler und Sänger. Eine Saz ist eine Langhalslaute, die zum klassischen Musikarsenal in Ländern vom Balkan bis nach Afghanistan zählt. Damit begleitet der Musiker traditionelle türkische Volkslieder.

Wir freuen uns auf ein tolles Konzert und hoffen auf euer zahlreiches Erscheinen!

Gute Nachricht – schlechte Nachricht

Zuerst mal etwas Positives: Wir freuen uns riesig über den großen Zuspruch, den das Konzert am 3. Juni gefunden hat und über die positiven Rückmeldungen, die wir bekommen haben. So riesig, dass wir beschlossen haben, regelmäßige Dokumentationen der Veranstaltungen anzulegen. Schreibt uns am besten doch auch, wie euch die Veranstaltungen, die ihr besucht habt gefallen haben und schickt uns Fotos, wenn ihr welche gemacht habt. Wir veröffentlichen dann eure Berichte.
Jetzt leider eine schlechte Nachricht: Die Vorstellung der Save-me-Kampagne am 8. Juni muss leider entfallen. Ob und wann sie nachgeholt werden kann, werden wir euch wissen lassen.
Zum Schluss dann noch mal etwas Positives: Sowohl zum Tango Argentino am 7. Juni, als auch zur Podiumsdiskussion am 12. Juni gibts jetzt ein paar mehr Infos. Schaut es euch an und kommt vorbei, wenn ihr Interesse habt.

Podiumsdiskussion

Am Dienstag, dem 12. Juni, soll im Rahmen unseres festivals eine Podiumsdiskussion zum Thema Migrant*innen- und Flüchtlingspolitik stattfinden.
Was sind dabei die Positionen der Parteien? Und wie unterscheiden sie sich von der real betriebenen Politik? Auf diese und weitere Fragen werden Parick Humke von den Linken, Thomas Harms von den Grünen, Elvan Tekindor-Freyjer von der SPD und Katharina Nocun von den Piraten antworten. Mit dabei sein wird außerdem ein Vertreter der Kampagne alle bleiben!, um Eiblicke in die Perspektive der unmittelbar Betroffenen zu gewähren. Moderiert wird die Diskussion vom Journalisten Reimar Paul, der unter anderem für das Stadtradio Göttingen arbeitet.
Beginn ist um 18.30 Uhr im Erziehungswissenschaftlichen Zentrum (Waldweg 26), Hörsaal I.
Wir freuen uns auf euer zahlreiches Kommen und eine interessante und aufschlussreiche Diskussion!